Untersuchung B-Streptokokken


Untersuchung auf B-Streptokokken

 

In den ersten Tagen nach der Entbindung ist es möglich, dass Ihr Kind an einer Infektion durch sogenannte B-Streptokokken (schwer) erkranken kann. Damit eine solche Infektion gar nicht erst möglich bzw. verhindert wird, kann gegen Ende der Schwangerschaft eine mikrobiologische Untersuchung auf B-Streptokokken durchgeführt werden. Die sogenannte B-Streptokokken-Untersuchung wird auch auch als GBS-Screening bezeichnet.

Was sind B-Streptokokken?

Streptokokken sind kugelförmige (kokkoiden) Bakterien, die nur bei Betrachtung unter dem Mikroskop sichtbar werden. Das Bakterium kommt bei jeder dritten bis vierten gesunden Schwangeren in der Scheide beziehungsweise dem Darm vor und kann bereits vor der Schwangerschaft existieren. Streptokokken werden nach ihrer Art in verschiedenen Gruppen unterteilt.

Als vergrünende Streptokokken werden Streptokokken bezeichnet, welche die roten Blutkörperchen im Blut angreifen und zum Abbau von Hämoglobin beitragen. Bei diesem Angriff entstehen grüne Punkte, wodurch sich die Bezeichnung der Streptokokken-Gruppe ableitet. Vergrünende Streptokokken kommen vorrangig in der Mundhöhle vor und können Herzinnenhautentzündung, Karies und Hals-Nasen-Ohren-Erkrankungen auslösen.

Beta-hämolysierende Streptokokken (B-Streptokokken) können für Neugeborene ein Risiko während der Geburt darstellen. Diese Streptokokken können bei vaginaler Entbindung von der Mutter auf das Kind übertragen werden und beim Frühgeborenen eine Reihe an Krankheiten auslösen.

Streptokokken der Gruppe D werden auch als Enterokokken bezeichnet. Enterokokken lösen zum Teil schwere Infektionen aus und gelten als Ursache für Harnwegsinfekte, Sepsen und Endokarditis. Zum Teil sind Enterokokken heutzutage gegen Penicillin resistent.

Für die Schwangerschaftsuntersuchungen sind Streptokokken der Gruppe B von besonderem Interesse. Zwar sind die Bakterien in den meisten Fällen harmlos, in manchen Fällen kann das Baby aber durch eine Infektion ernsthaft Erkrankungen davontragen.

Welche Folgen hat eine Infektion mit B-Streptokokken?
 

Knapp die Hälfte aller Frauen, die bereits Streptokokken in sich tragen (ca. 20 Prozent der schwangeren Frauen sind Träger), steckt während der Entbindung das eigene Kind an. Befinden sich die Bakterien durch Ansteckung lediglich auf der Haut oder Schleimhaut des Kindes, wird das Baby nicht zwangsweise krank. Bei Neugeborenen infiziert sich durchschnittlich eines von tausend Kindern mit GBS.

Wird das Neugeborene infolge einer Infektion mit Gruppe-B-Streptokokken krank, zeigt es zunächst Symptome wie schnelles und oberflächliches Atmen. In seltenen Fällen kann die Atmung sogar kurz stoppen. Die Farbe des Neugeborenen ist grau, blau oder bleich; das Kind selbst fühlt sich schlaff an und kann dösig wirken. Manchmal ist das Baby überreizbar, Krämpfe treten auf oder ein leicht ächzendes Geräusch beim Ausatmen ist hörbar. Zudem können Ernährungsprobleme wie Übergeben, nicht trinken wollen, Fieber oder auch Untertemperatur Anzeichen einer GBS-Krankheit sein.
 
Sollte sich die Infektion ausbreiten, kann es zu schwerer Erkrankungen kommen. Zu diesen zählen unter anderem Lungenentzündungen, Blutinfektionen oder Hirnhautentzündungen. Die Krankheitssymptome können sich rasend schnell entwickeln, manchmal sogar innerhalb binnen einiger Stunden, was eine Streptokokken-Infektionen gefährlich werden lässt. Aus diesem Grund kann es trotz schneller medizinischer Hilfe sowie einer schnell begonnen Behandlung mit Antibiotikum dennoch zu Todesfällen kommen.

Wie läuft die Untersuchung ab?

Eins vorab: Eine Untersuchung nach Gruppe-B-Streptokokken wird nicht immer von allen Ärzten empfohlen, da GBS in der Regel nur bei einer von fünf schwangeren Frauen auftritt. Daher ist es oft nur in bestimmten Situationen vernünftig, eine entsprechende Prüfung durchzuführen. Beispielsweise ist die Untersuchung zu empfehlen, wenn die Schwangere wegen frühzeitiger Wehen oder einer zu früh geplatzter Fruchtblase im Krankenhaus aufgenommen wird.

Im Rahmen der Untersuchung können Streptokokken durch Zucht nachgewiesen werden. Im Auftrag der Frauenärztin/des Frauenarztes wird in einem mikrobiologischen Facharztlabor durch Kulturvierung der Nachweis erbracht. Hierfür ist es notwendig, dass die Frauenärztin/der Frauenarzt oder eine Schwester im Krankenhaus einen bakteriologischen Abstrich aus der Scheide und dem Enddarm (Rektum) vornimmt. Von manchen Frauen wird besonders der Rektumabstrich als unangenehm empfundenen auch kann durch einen Abstrich aus der Umgebung des Anus (Perianalabstrich) ersetzt werden. Empfohlen wird ein Streptokokken-B Untersuchung am Ende der Schwangerschaft, meist in der 35. bis 37. Schwangerschaftswoche.

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